Post aus dem Garten – ein Neuanfang

 

 

Der Wind trägt den Geruch der Duftgladiolen ins Wohnzimmer, die ihrem Namen endlich alle Ehre machen. Viel zu lange haben wir in diesem Jahr auf sie warten müssen. Wie auf so vieles, die Dahlien, die Tomaten, die  … ach, eigentlich alles. Frühjahr und Sommer waren einfach zu nass und kalt. Nun aber blühen und duften sie und ich freu mich jedes Mal, wenn ich an ihnen vorbeigehe. Was oft geschieht, da ich sie genau aus diesem Grund direkt neben die Balkontür platziert habe. Zusammen mit der Gaura/Prachtkerze (ein Garten ohne Gaura ist vorstellbar aber sinnlos J), den unfassbar leuchtend orangenen Cosmeen, einem lila-weißen Salbei, einer dunkellaubigen Süßkartoffel und einer einfachblühenden Dahlie, deren Namen ich leider vergessen habe, bilden sie mein Lieblingspflanzensemble. Ok, eines der vielen, die ich gar nicht alle aufzählen kann. Ich habe, dies sei hier nicht ohne Stolz erwähnt, erhebliche Fortschritte in der Pflanzenanzucht aus Samen und Stecklingen gemacht. Mit meinen Salvia Amistad Stecklingen habe ich nicht nur diverse Freundinnen versorgen können, sondern habe auch noch reichlich Material, dass in den neuen Garten wandern wird. Ebenso wie unzählige Fingerhüte, Lavendel, Akelei, Gräser, Gaura, Margariten … Ich war echt fleißig und erfreulich erfolgreich. Und ebenso wie im letzten Jahr habe ich feststellen können, dass es für mich nichts besseres gibt, als diese Art von Arbeit. Gut, manchmal ist sie arg anstrengend und auch die ständig dreckigen Fingernägel sind nicht ganz so toll, aber es ist so unglaublich zufriedenstellend zu sehen, wie aus Winzlingen stattliche – und vor allem schöne – Pflanzen werden. So wie der Ziertabak, der sich anfangs ziemlich geziert hat, dann aber mannshoch gewachsen ist. Leider hat ihn dann der Mehltau erwischt, der sich dank der diesjährigen Wetterlage unerfreulich gut entwickelt hat. Vorgestern habe ich eine meiner schönsten Dahlien komplett zurückgeschnitten, weil ihm anders nicht beizukommen war. Doch zurück zum Nachwuchs, der nun bald im neuen Garten Heimat finden wird.

Wofür so viel Mühe, höre ich dich fragen. Ist nicht bei euch mittlerweile alles dicht. Stimmt, aber ich kann und darf einen neuen Garten anlegen – was für eine Freude! Diesmal den Garten hinter Markus Agentur. Nach mehrmonatiger Umbauphase des Bürogebäudes und der Räumlichkeiten steht nun die Gartengestaltung an. Die Idee dazu kam von mir, denn gartenverrückt wie ich bin, fand es einfach zu schade, dass ein Gartenraum völlig ungenutzt und öde vor sich hingammelt. Warum nicht bei schönem Wetter draußen arbeiten oder während der Mittagspause gemütlich im Schatten entspannen? Dank Handy und Laptop kann man schließlich heut nahezu überall arbeiten, also auch im Garten. Nun sah der Garten allerdings so aus, dass man so überhaupt keine Lust verspürte, sich in ihm aufzuhalten. Dabei sind die Voraussetzungen eigentlich ziemlich gut: Neben einer sonnigen Terrasse (schwierig zum Arbeiten, aber schön für die Pause) liegt ein großer Teil im Schatten zweier Buchen und des Nachbargebäudes. Genau richtig also für warme bis heiße Tage, die wir ja wohl hoffentlich wieder erleben werden. Hier ein paar Bilder, wie es zu Beginn meiner Überlegungen aussah und dann auch heute, fast ein Jahr später und reichlich umbauramponiert.

Wenn man sich dort wohlfühlen soll, muss sich einiges tun. Da stimmst du mir doch zu, oder? Also habe ich mich hingesetzt und überlegt, wie es gehen kann. Leiten lassen habe ich mich bei meinen Überlegungen von zwei wesentlichen Dingen:

  1. Der Garten soll möglichst natürlich und ungezwungen wirken und damit ein ganz bewusster Gegenentwurf zum Arbeitsumfeld sein, dass naturgemäß funktional ausfällt. Wobei die neue Innenraumgestaltung Funktion und Form sehr gut verbindet. Es ist extrem schön und stylisch geworden ist. Musst du dir mal anschauen. In so einem Umfeld macht Arbeiten Spaß!
  2. Es können keine Maßnahmen durchgeführt werden, für die großes Gerät benötigt wird, da die Zugangssituation dies nicht erlaubt. Soll heißen: Ein Bagger wäre nur mit einem Kran aufs Gelände zu bringen. Ein Aufwand, den wir durchaus haben prüfen lassen, der aber in keinem gesunden Verhältnis mehr steht.

So habe ich also Bücher gewälzt, Gartensendungen geschaut (gut, das tue ich eh ständig), Entwürfe gezeichnet (nein, die Ergebnisse werde ich hier nicht präsentieren, es gibt genug Dilettantismus im Netz!) und mich mit dem Gärtner meines Vertrauens, der Firma Hamel Garten- und Landschaftsbau, beraten. Dabei war insbesondere wieder das Gespräch mit deren Mitarbeiter Christian Schlüter super, mit dem ich mich schon bei unserer Vorgartengestaltung so gut verstanden habe. Genauer muss es wohl lauten, der mich und meine Wünsche so gut verstanden hat. J Insbesondere, was die Naturnähe und Insektenfreundlichkeit angeht, die auch diesmal eine entscheidende Rolle spielen werden. Dies ist, wenn ich es recht überlege, der dritte Punkt, der meine Überlegungen geprägt hat, bzw. mir sogar extrem wichtig ist. Biodiversität, Insektenfreundlichkeit, Nährgehölze für Vögel, Wildblumen, … es gibt so viel, was Hausgärten für die Umwelt tun können und sollten. Letztlich kommt all das uns selbst zugute.

Ich hoffe sehr, dass meine Überlegungen aufgehen werden und der Garten am Ende eine gute Ergänzung zum gelungenen Arbeitsumfeld darstellt. Denn auch wenn vielleicht nicht jeder so ein begeisterter Gartenfreak ist wie ich, glaube ich fest daran, dass Gärten eine positive Wirkung auf uns alle haben. Und zwar nicht nur, wenn wir in ihnen selbst gärtnern, was erwiesenermaßen therapeutische Effekte hat, sondern auch, wenn wir uns nur in ihnen aufhalten und sie uns dabei noch mit Vögeln, Bienen, Schmetterling und Co teilen. Mich würde es megafreuen, wenn die Teammitglieder sich gern dort aufhalten, sei es zum Arbeiten oder Entspannen und genießen.

Doch zunächst steht Arbeit an, dazu später mehr. Vielleicht sogar schon in ein paar Tagen, denn morgen rücken die Gärtner an. Drei vier Tage später sollten die Landschaftsgärtnerischen Arbeiten dann schon beinah fertig sein. Die Pflanzungen und das Feintuning werden sich sicher noch hinziehen. Zum Teil auch erst im nächsten Frühjahr stattfinden. Ein wenig schade ist, dass wir jetzt Richtung Winter gehen und der Garten erst in etwa einem halben Jahr mehr hermachen wird. Das war der Vorteil unserer Frühjahrspflanzung im letzten Jahr, es gab quasi täglich schöne neue Entdeckungen zu machen. Aber der nächste Frühling kommt garantiert.

Es gibt viel zu tun! 🙂

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