EmpfehlBar

Willkommen auf – oder auch in – der EmpfehlBar von monatsweise, die Jennifer Kirschke betreut und, jeweils zur Mitte des Monats, mit neuen Beiträgen füllt. Dies, wie alles auf monatsweise, absolut kosten- und werbefrei, aus reiner Freude an Literatur und Schreiben. Da sie als gelernte Buchhändlerin nicht nur viel, sondern auch viel Verschiedenes liest, ist sie für mich die Idealbesetzung für dieses Projekt.
Viel Vergnügen und erfolgreiches Stöbern
Kirsten

May 2020


11.000 Meter Trauer

Gedanken sind oft so unkontrollierbar wie die Liebe, die sie auslöst. Und jetzt liebe ich dich nur noch gefangen in einer Zwischenwelt aus Präterium und Konjunktiv und in einer Realität, die vor deinem Tod ein Leben und danach nur noch ein Zustand war.

 So, noch einmal kurz die Nase schnäuzen, noch einmal tief durchatmen,- es geht schon wieder, danke. Aber ich spüre sie noch, die Euphorie, die Dankbarkeit und das Wohlbehagen, wenn man wieder ein Buch lesen durfte, das einen so ganz einnehmen konnte. Im Interenet schon hochgelobt, bevor überhaupt die offizielle Sperrfrist des 28. Februar gekommen war, hat der Debütroman der erfolgreichen Bloggerin und Schriftstellerin Jasmin Schreiber nun also auch mein Herz erobert … Read more

 

 

April 2020


April, April, die Welt steht still

Wer hätte damals geglaubt, als du zu Hausarrest im Metropol verurteilt wurdest, dass du eines Tages der glücklichste Mensch Russlands sein würdest?

Philosoph und Geistlicher Augustinus Aurelius hat einmal gesagt, die Welt sei ein Buch, und wer nicht reise, lese davon nicht eine einzige Seite. Gerade liegen die Dinge nun aber so, das wir im besten Falle so viel zu Hause bleiben sollten wie nur möglich, uns selber aber auch und vor allem unseren Mitmenschen zu Liebe, die unseren besonderen Schutz und Rücksicht brauchen. Leseratten und Bücherwürmer sind da klar im Vorteil, wir finden uns eine andere Form des Reisens. Machen wir also dies daraus: Jedes Buch ist eine Welt, und wer liest, kann sie bereisen … Read more

 

 

März 2020 2

Zehn Tage im März

 

„Seit Tagen zum ersten Mal denkt sie genauer an den Fluss, mit einer stillen, lauteren Sehnsucht, ohne groß für sich zu wünschen, als genügte es vorläufig, zu wissen, dass er da ist und, nein, nicht d

 

irekt auf sie wartet, oder doch, auf sie wartet und sie längst vergessen hat.“

Am 28. März 1941 schreibt Virginia Woolf zwei Abschiedsbriefe, einen an ihren Mann, einen an ihre Schwester Vanessa, zieht ihren langen Mantel über und verlässt das Haus. Erst drei Wochen später werden Kinder ihre Leiche in dem Fluss entdecken, in dem sie ihren Freitod suchte … Read more

Februarbild 2020


Sag mal weinst du, oder ist das der Regen

 Auch wenn die Sonne sich nicht um ihre Zeugenschaft scherte, so machte es doch einen Unterschied, ob sie dabei war oder nicht. Ob sie rechtzeitig auf war, um den Riss im Dunkeln aufzulauern, durch den das Blau des neuen tages einsickerte.
„So tun als ob es regnet“,- etwas, was man in Solingen und Wuppertal nur selten tun muss. Oder vielleicht doch, denn eigentlich ist der Titel dieses ganz besonderen Romans, den ich euch heute vorstellen möchte, die deutsche Übersetzung eines rumänischen Sprichworts und bedeutet so etwas wie … Read more

 

Januar 2020 - Antoine Laurain (1)

Januartipp: In Der Hut des Präsidenten geht es, ja, ihr ahnt es schon, um den Hut des Präsidenten. Um genau zu sein um den schwarzen Filzhut des französischen Präsidenten François Mitterrand, den er eines Abends in einer Brasserie vergisst. Daniel Mercier, ein junger Buchhalter, nimmt ihn daraufhin an sich, nichtsahnend …
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Dezembertipp: Ein Buch wie ein Gedicht … Vuong (1)
Ein Roman, ein Gedicht, eine Erinnerung,- ein Brief an die Mutter, von der der Schreiber weiß, dass sie ihn nicht lesen wird, weil sie es nicht kann. Und eben dadurch so ganz frei, und eben dadurch so ganz verloren.
Little Dog heißt er, der von seiner Kindheit schreibt, von seiner Mutter und Großmutter, die unter dem Trauma des Vietnamkrieges leiden.  Read more