Was ich mag

Ab und an setze ich mich hin und fange an aufzuschreiben, was ich mag, was schön ist in meinem Leben, lasse die Gedanken fließen, ohne ihnen eine Richtung zu verpassen, wundere mich über ihre Kapriolen und freu mich über neue Wendungen. Probiert es mal aus, mich macht es ganz wunderbar zufrieden.

 

Ich mag  in meinem Garten in der Sonne sitzen, mag die unter die Haut kriechende Wärme und wohlige Entspannung. Ich mag das Unvollkommene, das gut Geplante, das aber an mindestens einer Stelle nicht perfekt ist, die Widersprüche, das Chaotische, das sich immer wieder Bahn bricht. Ich mag in der Ordnung das Improvisierte und Spontane. Ich mag Musik und Wind und Windstille, Gesang und Schweigen, mag die Lichtreflexe des Wassers, den Eindruck von Gelassenheit und Zeitlosigkeit, den sie jedem Moment verleihen können. Ich mag es den Kopf in den Nacken zu legen, um dem Licht näher zu sein, den Orangensaft zu meinen Füßen, den leichten Holzgeruch, der von den Kaminfeuern des letzten Abends in der Luft hängt. Ich mag es meine Gedanken vagabundieren zu lassen und ihnen einen Form zu geben in dem ich sie aufschreibe, mag die Pausen, die es zum Nachspüren braucht und die Vögel, die in Hecke zwitschern. Ich mag allein sein und nicht allein sein, mag die Mail mit dem Foto der Sandhügel am Borkumer Strand, die ich heute morgen vorfand, mag das Wissen, meinen Lieben geht es gut, mag die Flüchtigkeit von Ideen, Skulpturen von Tony Cragg, die glitzernd im sonnigen Bad schwebenden Partikel des Puders, die nachlässig liegengebliebene Hose und die Frühlingsluft im Schlafzimmer. Ich mag viele Erinnerungen, viele innere Bilder, die in mir wohnen, mag Blumen der unterschiedlichsten Art und Farbe, mag das Leuchten weißer Blüten im Dämmerlicht, den Chiemsee am Abend und die entspannte Lässigkeit meines Gartens. Ich mag Überfluss und Purismus, mag schlichte, schöne Dinge und Bilder, die ich nicht erklären sondern nur fühlen kann. Ich mag gute Unterhaltungen, Aufmerksamkeit, Ernsthaftigkeit und hemmungslose Albernheit, mag duschen vorm Sex und Küsse die nach Zahncreme, Schokolade, dem leckeren Käse von vorhin und allem was wir mögen schmecken. Ich mag sanfte, liebevolle Berührungen und wildes Verlangen, mag Joghurt mit Birne und Blaubeeren, gegrillte Scampi und Auberginen. Ich mag junge Menschen und ihre Art die Welt zu betrachten, Martini Bianco und Primitivo, mag Ruhe und Geschäftigkeit, die Geräusche in der Nachbarschaft, der Geruch von Spätsommertagen, die Blumen, die mein Mann bei der Heimkehr in der Hand hält, die diese Liste fürs Erste schließt.

Aufmerksame Leserinnen und Leser werden anmerken, dass dies keine Geschichte ist. Stimmt. Die Junigeschichte braucht noch was. Sie kommt, noch mag ich sie nicht ganz. 😉

 

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