Warum nicht

„Und die geht jetzt wieder in die Schublade.“
„Ja. Zucker oder bist du aktuell wieder niederkalorisch unterwegs?“
„Zucker, viel, der Typ war so ekelig, darauf brauch ich was Süßes.“
„Gut. Ich war unsicher, ob er nicht doch zu abgedreht rüberkommt.“
„Find ich nicht, mein Apotheker würde vielleicht anderes sagen.“
„Aber nur, weil er seine Mutti liebt.“
„Oder sein Baby. Im Ernst, das landet jetzt auch wieder nur in der Schublade, wie die anderen?“
„Mit etwas Glück nicht, ich habe es bei einer Ausschreibung eingereicht. Aber bei hunderten von Einsendungen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich zu den anderen gesellt recht hoch.“
„Schade.“
„Ach, die Schublade wurde für die Kurzgeschichte erfunden. Alle anderen Nutzungen sind artfremd. Weltweit quellen Schubladen über vor Kurzgeschichten. Es sind ja auch nur Fingerübungen für mich. Kleine Spielereien um Verschiedenes auszuprobieren. Veröffentlicht bekommt man so was kaum. Kauft keiner.“
„Ich würde.“
„So? Wie viele Kurzgeschichtensammlungen stehen denn in deinem Regal? Zwei, zwölf, vierhundert? In meinem sieht es mehr als übersichtlich damit aus.“
„Aber deine würde ich kaufen.“
„Bei der Verkaufszusage werden die Verlage Schlange stehen. Noch einen? Oder lieber Sekt?“
„Hast du noch von dem, den du beim Grillen hattest?“
„Nein, den nicht, aber einen Prosecco Rosé. Lust?“
„Ja. Soll ich aufmachen?“
„Geht schon.“
„Auf die Apotheker dieser Welt.“
„Und die Puppenindustrie.“
„Und wenn du einen Blog machst?“
„Mit meinen Fingerübungen?“
„Ja, du hast doch schon einige. Und schreibst ständig neue. Fänd ich gut, deine Sachen online lesen zu können.“
„Du.“
„Ein paar mehr gäbe es sicher.“
„Einen Blog muss man pflegen, regelmäßig Neues einstellen.“
„Ja und, produktiv bist du doch.“
„Eigentlich möchte ich mich auf mein Romanprojekt konzentrieren.“
„Weswegen du nebenher mal kurz den Apotheker erfunden hast.“
„Der drängte sich auf.“
„Dir drängt sich ständig was auf. Wie lange brauchst du für so eine Geschichte?“
„Kommt drauf an. Wenn sie sich aufdrängen geht es fix. Zumindest der erste Entwurf.“
„Siehst du, Material käme zusammen.“
„Der erste Entwurf! Der wird dann x-mal durchgegangen, bis ich ihn o.k. finde. Wöchentlich posten klappt auf keinen Fall.“
„Monatlich?“
„Schon eher. Ein Periodikum in wahrhaft weiblichem Intervall. Der Name sollte subtile Weiblichkeit vermitteln.“
„Nenn ihn doch „monatsweise“.“
„Oder „Periodentexte“?“
„Schreibperioden.“
„Zyklustexte.“
„Textzyklen.“
„Zyklop, ach ne, der hat nur ein Auge.“
„Mensesbeiträge.“
„Zu missverständlich, ich werde Rezeptsucher aus Großküchen anlocken. Und enttäuschen.“
„Wortmenarche.“
„Das ginge nur für die Erstausgabe.“
„PMS-Auswurf.“
„Also bitte! Das klingt nach Horror mit Blut- und Ekelgarantie. Ich möchte mich bitte nicht genrespezifisch einschränken. Es sollen Fingerübungen in viele Richtungen bleiben.“
„Regelwerke.“
„Zu juristisch.“
„Monatstexte.“
„Ginge. Gefällt mir mit monatsweise am besten bisher.“
„Na bitte, geht doch. Darauf stoßen wir an. Ab sofort ist das Netz um eine Seite reicher.“
„Darf ich sagen, dass du drängelst?“
„Was du heute kannst besorgen …“
„Gott, habe ich das früher gehasst. Insbesondere, wenn es um Aufräumaktionen in meinem Zimmer ging.“
„Ja, aber du sollst nicht aufräumen, du sollst rausräumen. Raus aus der Schublade. Prost, auf den Blog. Das Blog?“
„Keine Ahnung. Prost.“

Es hat natürlich noch gedauert, bis ich mich aufgerafft habe. Erst mal andere Blogs lesen, informieren, Technik checken, sich ahnungslos fühlen, Blog einrichten, erste Texte auswählen, einstellen und – soll ich das wirklich tun?! – freischalten. Er ist da. Erst mal nur ganz schlicht ohne Bilder. Nun nur noch streuen, dass es ihn gibt, jeden Monat eine neue Geschichte schreiben, Bilder suchen oder machen, … Puh! Aber bitte, ich tu mein Bestes.

Wer mag kann mir Anregungen schicken. Nicht immer kommt einem etwas des Wegs, aus dem sich eine Geschichte – oder auch nur Episode, Szene, ein Bild – schreiben lässt.  Da können Fragen wie „hast Du schon mal über Rostflecken auf Fahrradreifen nachgedacht“ sehr anregend sein. Immer her mit den Ideen, egal, wie abgedreht sie sind. Und gern mit einem konstruktiv kritischen Feedback, damit die Fingerübungen mit der Zeit besser werden.

In diesem Sinne

Kirsten
Nancy, Dank für das Gespräch bei Kaffee und Prosecco. Ich habe noch welchen.

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